Gefälschte Berufsabschlüsse von Bewerbern aus Drittstaaten

Gefälschte Berufsabschlüsse von Bewerbern aus Drittstaaten

Gefälschte Berufsabschlüsse und Dokumente von Bewerbern aus Drittstaaten. Meldungen über gefälschte Abschlüsse aus Drittstaaten, aktuell West-Balkan-Ländern wie zum Beispiel Bosnien-Herzegowina, kommen immer mal wieder vor. Immer mehr Einrichtungsleitungen klagen darüber, dass erst bei Arbeitsantritt in der Pflegeeinrichtung bei Pflegehelfern auffällt, dass diese die fachlichen Tätigkeiten unzureichend oder gar nicht ausführen können. Die Prüfung der Original Dokumente wird erst vor Ort nach Arbeitsantritt vorgenommen. Es wird auch von Fällen berichtet, die erst dann ans Tageslicht kommen, wenn die Vorabzustimmung an die zuständige Anerkennungsbehörde gesendet wurde. Die Behörde stellt fest, dass dieser Abschluss von einer Schule stammt, die nicht zertifiziert ist oder gar nicht existiert. Beide Szenarien sind den Anerkennungsbehörden in Deutschland bekannt.

Bewerbungsunterlagen sichten

Da sich die Bewerber direkt bei den Pflegeeinrichtungen mit ihrem meist universitären Berufsabschluss bewerben, ist es für viele personalverantwortliche Leitungskräfte schwer einzuschätzen, ob es sich hierbei um eingescannte Originale handelt. Es ist zudem für Heimleiter oft nicht festzustellen, ob es sich bei dem Beruf des Bewerbers wirklich um einen in Deutschland anerkennungsfähigen Beruf als Gesundheits- und Krankenpfleger handelt.

Auskunft bietet zunächst einmal die Datenbank https://anabin.kmk.org/anabin.html

Teilweise ist bereits auch die deutsche Botschaft in den jeweiligen Herkunftsländern sensibilisiert. In Bosnien Herzegowina wurden in diesem Jahr bereits mehrere Razzien in Schulen durchgeführt. Einige Schulen wurden auch geschlossen.

Tipp: Schützen können sich Arbeitgeber am besten davor, indem sie die Berufsabschlüsse aus den Herkunftsländern genauestens prüfen und sicherstellen, dass diese von staatlichen Schulen und nicht von privaten Schulen stammen. Ein hilfreicher Aspekt ist auch, zu prüfen wie lange es die Schule schon gibt.

Gefälschte Berufsabschlüsse und Dokumente von Bewerbern aus Drittstaaten – Vorsicht auch bei gefälschten Zertifikaten

Achtung: Es wurden auch Fälle von gefälschten B2 Sprachabschlüssen bekannt. Auf dem Schwarzmarkt kostet ein B2 Sprachabschluss ca. 1.000 Euro. Auch hier hat die deutsche Botschaft in Bosnien-Herzegowina die Auflage erteilt, dass ein sprachlicher Nachweis über das B2 Sprachniveau von den bekannten Instituten wie z. B. Goethe, nicht älter als ein Jahr sein darf, um eine Einreise nach Deutschland zu bewilligen. Aufpassen sollte man auch bei Bewerbern, die sich mit einer Umschulung aus dem jeweiligen Herkunftsland bewerben. Hier haben etliche Bundesländer die Anerkennung dieser Umschulungen abgelehnt.

Das bedeutet zwar, Arbeitgeber können sie als Pflegehelfer einstellen, allerdings können sie in Deutschland keine Urkunde als Gesundheits- und Krankenpfleger erhalten. Dies ist sowohl für Pflegeheime aber auch für die Mitarbeiter sehr frustrierend, da ihnen im Herkunftsland, für viel Geld versprochen wurde, dass sie mit dieser Umschulung in Deutschland als Pflegefachkraft arbeiten können.

Autor: Linda Ostermann

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe der CAREkonkret am 21.06.2019

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